Hilfsmittel
für Sehbehinderte und Blinde![]()
Aufgrund meiner beiden Lehrberufe und 35jähriger Berufspraxis bei der Beratung von Sehbehinderten und Blinden mit Hilfsmitteln verfüge ich über ein großes Netzwerk.
Da diese Seite jedoch eine rein private Seite ist und bleibt werde ich hier keine kommerziellen Angebote verlinken, jedoch dann, wenn ich es interessant finde, über das eine oder andere Produkt berichten. Wie hier von der LISA6-Software.
Worum geht es hierbei oder besser gefragt, worum geht es nicht?
Es handelt sich um eine Softwarelösung für PC mit Windows 11 als Betriebssystem. Also keine mobile Lösung für Smartphones, Tablett (ausgenommen Windows 11 Tabletts).
Freunde der OrCam oder VoxiVision werden in diesem tendenziell stationören System für sich keinen Vorteil erkennen.
Anwender stationärer Vorlesesystme werden sich bei einzelnen Funktionen freuen und sagen "darauf habe ich schon lange gewartet".
Daher stelle ich hier die Software so genannten geschlossenen Vorlesesystemen (ich werde nun keine Produktnamen nennen) gegenüber.
Traditionell oder ursprünglich wurden Vorlesesysteme mit Flachbettscannern gebaut, erst später wurden Scanner durch Kameras ersetzt was Fluch und Segen zugleich ist, denn jede Technik hat Vor- und Nachteile, hier die Argumente oder Aussagen:
- Flachbettscanner brauchen mehr Platz und sind langsamer als Kamerascanner
Was den reinen Platzbedarf zum Stellen eines Flachbettscanners angeht simmt das Argument. Betrachtet man sich allerdings das Gesamtarrangement im Einsatz, also wenn das Lesegut vor das Gerät platziert und erfasst wird, definieren die Dokumentengröße und die Abmaße des Gerätes des eigentlichen Platzbedarf, der dann in aller Regel nicht kleiner ist als bei einem Kompaktgerät aus einem Guß.
Die Aussage trifft also nicht vollumfänglich zu. Der Vorteil, dass man ein kleines, leichtes Gerät schnell wegräumen und nur bei Bedarf hervorholen kann bliebt unbestritten. - Kamerascanner sind viel schneller als Flachbettscanner
An dieser Steller wird es spannend. Ja, ein einfaches Foto wird in einem Bruchteil einer Sekunde gemacht, dircht danach wird die Erkennung gesatartet und in aller Regel ist ein System mit einen Kamerascanner schon am Lesen während ein Flachbettscanner noch scannt, denn diese benötigen in aller Regel noch immer ca. 7 - 10 s/Seite. Auch dieser Punkt geht also klar an das System mit dem Kamerascanner. Oder?
Und hier wird es spannend. Werden ausschließlich Einzelblätter erfasst, die flach auf dem Tisch liegen trifft dies zu. Sollen aber Bücher gelesen werden gelangen Kamerascanner schnell an ihre Grenzen, denn ein Buch neigt dazu zuzuklappen. Also müssen Tricks genau das vermeiden. Nicht selten werden Plastikscheiben von rahmenlosen Bilderrahmen als Beschwerung auf das Buch gelegt. Da ist aufwändig, kompliziert und dauert.
Alternativ kann man dann gleich ein System verwenden, dass einen Scanner hat bei dem man das Buch mit der Schrift nacht unten (also auf die Glasplatte des Scanners) legt und das Eigengewicht des Buches für eine gute Erkennungsgenauigkeit sorgt. - Mehrseitige Dokumenten sind beim Flachbettscanner mit Einzelblatteinzug (ADF) besser aufgehoben
Jeder Anwender hat andere Anforderungen an seinen Lesestoff. Werden anstelle einzelner Vorlagen (Einzelblätter) komplette "Stapel" also Dokumente die aus vielen Einzelblättern (z.B. bei Akten) bestehen, gelesen, ist der Flachbettscanner unschlagbar sofern er über einen Duplex-Einzelblatteinzug verfügt. Hier können z.B. Stapel von (geräteabhängig) 20 oder 25 Blättern aufgelegt werden und mit nur einem einzigen Scanauftrag Seite für Seite eingelesen werden. Wichtig hierbei ist nur, dass der Scanner Duplex-ADF hat, also Vorder- und Rückseite erfassen kann.
Soweit der Ausflug in die Historie der Texterkennungssysteme und deren Bildquellen.
Kommen wir nun zum Leistungsumfang der Geräte.
In der Regel erkennen diese Systeme die Vorlagen aller mehr oder weniger gleich gut und gleich schnell. Unterschiede gibt es in der Behandlung der Texte, denn kaum ein Vorlesesystem ist heute noch in der Lage dem Anwender die Ausrichtung der Vorlage anzusagen. Pauschale "Ausrede" der Hersteller, die Blattlage ist dem Gerät egal, es erkennt diese automatisch was auch stimmt. Dem Anwender, der das Dokument lochen und abheften möchte ist diese jedoch nicht egal. Weswegen frühere Systeme/Gerät zusätzlich zur automatischen Blattlagenerkennung eine Blattlagenansage hatten.
Selbst wenn wir das als vernachlässsigbar ignorieren unterscheiden sich viele Geräte bei der Behandlung von Fremdsprachen.
Lesen Sie beispielsweise aus der Bedienungsanleitung einen englischen Text ein, wird dieser in aller Regel mit deutscher Stimmer gesprochen. Einzelne Systeme erkennen, dass es sich hier nicht um die Mutter- oder Systemsprache handelt und schalten tatsächlich um auf die entsprechende Stimme/Sprache. Das ist aktuell mehr oder weniger Standard oder "die Krone der Schöpfung".
Wird innerhalb eines Dokumentes die Sprache geändert, bleibt das zuvor beschriebene Problem bestehen, die Systeme erkennen die andere Sprache nicht und lesen dann eben den kompletten Text mit der als Hauptsprache erkannten Stimme vor.
Ein häufig geäußerter Wunsch nach einer Übersetzung eines fremden Textes in die System- oder Muttersprache, wurde bislang nach meinem Kenntnisstand (Okt 2026) noch nicht realisiert.
Und an dieser Stelle setzt nun LISA6 an.
LISA6 ist ein "Rentnerprojekt" und stellt mehr oder weniger die Weiterentwicklung früherer LISA-Vorlesesysteme dar.
Hier die wesentlichen Unterschiede dieser reinen Softwarelösung:
LISA
- basiert komplett auf Komponenten, die im Microsoft-Betriebssystem enthalten sind. Also Texterkennung, Sprache ...
- legt den Anwender nicht auf eine Bildquelle (Kamera, Flachbettscanner, ADF-Scanner) fest sondern ermöglicht den Wechsel der Bildquelle
- ist mit oder ohne Maus bedienbar
- unterstützt aktuell 12 Sprachen (Deutsch, Englisch, Französich, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Türkisch, Portugisich, Polnisch, Dänisch, Schwedisch, Teschisch)
- erkennt diese 12 Dokumentensprachen automatisch und bietet dem Anwender an, das Dokument wahlweise in der Sprache, in der es verfasst wurde vorzulesen oder aber - sofern eine Internetverbindung besteht - das Dokument in die Systemsprache zu übersetzen was pro Seite i.d.R. sprachabhängig, weniger als 10 Sekunden dauert.
- erkennt in allen Texten einen Sprachenwechsel automatisch und wechselt vollautomatisch zur entsprechenden Stimme (vorausgesetzt, diese ist installiert). Haben Sie beispielsweise einen englischen Text erfasst und sich entschieden, diesen nicht übersetzen zu lassen sondern in der Origninalstimme zu hören werden dennoch weitere Sprachen innerhalb des Textes erfasst. Es könnten also in einem englischen Text auch spanische, französische ... Passagen erkannt und korrekt vorgelesen werden. Beachten Sie hierzu das Video am Ende dieses Berichtes.
- nimmt keine Stimmen- oder Spracheninstalltion für den Anwender vor. Anwender, die alle 12 Stimmen nutzen möchten, können diese im Windows- Konfigurationsmenü kostenlos laden und installieren.
- kann Texte speichern
- kann einzelene Seiten innerhalb eines Dokumentes löschen (falls eine oder mehrere Seiten versehentlich mehrfach erfasst wurden)
- erstellt zu jeder gespeicherten Datei eine *.WAV-Datei
- kann zwischen zwei Seiten ein Dokument einfügen (falls man beim Scannen versehentlich eine Seite überblättert hat)
- merkt sich für jedes Dokument die Stelle an der das Lesen unterbrochen wurde und setzt ein automatisches Lesezeichen
- erlaubt es den Text auf dem Bildschirm darzustellen und beim Lesen dem aktuell gesprochenen Wort zu folgen
- erlaubt es die schriftgröße von 6 bis 120 Pkt Schriftgröße einzustellen
- erlaubt es die Schriftart individuell auf die persönlich bevorzugte Schriftart darzustellen. Alle Dokumente werden dann unabhängig ihrer eigentlichen Schriftart- und Größe in der bevorzugten Schriftart-, Größe und Farbdarstellung dargestellt.
- erlaubt es beim Erfassen mehrseitiger Vorlagen zu lesen während die Folgeseiten noch erfasst werden...
Und nun kommen eine gute und eine schlechte Nachricht.
Sie können hier eine 30-Tage-Demoversion herunterladen
Und nun die schlechte Nachricht. Aktuell gibt es für dieses Programm keinen Händler/Distributor und da es sich um ein Rentnerprojekt handelt, kann die Software auch nicht direkt bezogen werden, denn ich bin eine Privatperson. Sollten Sie also nach einem erfolgreichen Test der Software Interesse an der Vollversion haben (hierzu muss lediglich ein Freischaltcode eingegeben werden) wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Hilfsmittellieferanten.
Bedienungsanleitung LISA6
Demoversion LISA6
Vergleichstext (Wenn Sie vergleichen möchten, was aktuelle Vorleseprogramme aus mehrsprachigen Texten machen finden Sie hier die Vorlage für nachstehendes Video).

