Propagation

Propagation

Oder vereinfacht ausgedrückt, "Ausbreitungsbedingungen".

 Im Amateurfunk ist die Sonne der "Motor" der Ionosphäre.
Der Zusammenhang zwischen solarer und magnetischer Aktivität entscheidet darüber, ob man ein weltweites DX (Weitverkehr) führen kannst oder die Bedingungen eher suboptimal sind. Zwei oder besser drei Faktoren sind dafür verantwortlich. 

 - Die Sonnenaktivität als Ernergiequelle mit dem Indikator SFI (Solar Flux Index)

 - Der "Gegenspieler" die Magnetische Aktivität 

 - Der Faktor Mensch

Ähnlich wie beim Handling der Leinen auf einer Segelyacht wo jede Leine einen "Gegenspieler" braucht, hat auch die Sonnenaktivität, als ein wesentlicher Faktor für gute Reichweiten einen Gegenspieler.
Hierbei:

  • baut die Sonnenaktivität die Reflexionsschicht, an der unsere Elektomagnetuíschen Wellen reflektiert werden und somit wieder zur Erde zurück gelangen, auf
  • Und die Magnetische Aktivität kann diese Reflexionsschicht stören oder sogar zerstören.
     

Solar Activity (Die Energiequelle)
Die Sonne sendet ultraviolette Strahlung und Röntgenstrahlen aus, die die Atome in der Erdatmosphäre ionisieren. Dadurch entstehen die Schichten (D, E, F1 und besonders die F2-Schicht), an denen Funkwellen zurück zur Erde reflektiert werden.

Indikator: Der SFI (Solar Flux Index).
Wirkung
: Ein hoher SFI bedeutet eine hohe Ionisation. Das ermöglicht die Nutzung höherer Frequenzen (z.B. das 10m-Band) für weltweite Verbindungen.
Zyklus
: Die Aktivität folgt dem ca. 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus. (Siehe auch den Beitrag Sonnenzyklus).


Magnetic Activity (Der Störfaktor)
Das Erdmagnetfeld reagiert auf den Sonnenwind (geladene Teilchen). Wenn die Sonne heftige Eruptionen (CMEs) zeigt, kommt es zu einem "geomagnetischen Sturm".

Indikatoren: Der K-Index (kurzfristig/lokal) und der A-Index (langfristig/global).
Wirkung
: Hohe magnetische Aktivität destabilisiert die Ionosphäre. Die Signale werden gedämpft, gestreut oder die Ionosphäre wird so "löchrig", dass Funkwellen einfach ins All entweichen.


 

Ideal sind ein hoher SFI und niedrige K/A-Werte.
Wert Bedeutung Bereich für gute Bedingungen 

SFI
(Solarer Flux Index)

Maß für die Sonnenaktivität > 150 (Sehr gut)
> 100 (Brauchbar)
K-Index Aktueller Zustand des Magnetfeldes 0 bis 2 (Ruhig, ideal)
A-Index Durchschnittliche Unruhe der letzten 24h < 10 (Stabil)

Was passiert bei schlechten Werten?

Niedriger SFI (< 70): Die Ionosphäre ist schwach.
Die oberen Bänder (10m, 12m, 15m) sind "tot".
Man muss auf 40m oder 80m ausweichen sofern die Antenne das hergibt.

Hoher K-Index (> 4): Ein geomagnetischer Sturm ist im Gange.
Signale klingen oft verzerrt ("auroral flutter") oder verschwinden komplett (Blackout), besonders auf Pfaden über die Polregionen.

Zusammenfassend: Für das perfekte DX-Erlebnis wünschst du dir einen SFI von 200 bei einem K-Index von 0. In so einer Situation kannst du oft mit minimaler Sendeleistung (QRP) um die ganze Welt funken.

Nunja, dann ist da noch der Faktor Mensch. 
Wenn sich niemand auf den Bändern tummelt oder sich die Aktivitäten aufgrund der Vielzahl an Betriebsarten aufteilen kann es auch schwer werden ein QSO zu fahren. Hier kann dann ggf. dieser Beitrag hilfreich sein.