QSL-Karte

Für gewöhnlich sitzen Amateurfunker alleine in ihrem Shack, reden mit Gott und der Welt über das Wetter und freuen sich darüber, wenn sie eine seltene Station gearbeitet haben oder aufgrund von Überreichweiten ein Ziel erreicht haben, das mit dem vorhandenen Equipment so eigentlich nicht zu erreichen ist.
Über solche seltenen Glücksgefühle oder Erfolge möchte man natürlich reden und man möchte ggf. in der Lage sein, Zweiflern den Beweis für den Wahrheitsgehalt der Aussage/Funkverbindung zu erbringen.
Hierfür haben Amateurfunker schon sehr früh die Empfangsbestätigungskarte (QSL-Karte) eingeführt, die früher in Papierform verschickt wurde und auch heute noch gelegentlich verschickt wird.
Nach meiner bestandenen Klasse-E-Prüfung habe ich mir ebenfalls - voller Stolz - eine solche QSL-Karte gestaltet und drucken lassen. Programme hierfür findet man im Internet (z.B. hier).
Wer allerdings viel Betrieb macht, kommt schnell in die Situation, dass der Versand von QSL-Karten ins Geld geht. Eine Karte in einem Kuvert international verschickt kostet von Deutschland aus aktuell (Nov.2025) 1,20 €. Bei 50 QSOs im Monat sind das 60 €.
Hinzu kommt, dass viele Stationen nur noch auf QSL-Karten antworten, wenn man selbst das Rückporto bezahlt. Persönlich finde ich das zwar nicht schön, denn man hat ja schon für den eigentlichen Versand bezahlt, aber man muss auch bedenken, dass manche Stationen hunderte von QSOs haben und auch unaufgefordert QSL-Karten bekommen. Ich kann es also nachvollziehen, wenn Papier-QSL-Karten kaum noch verschickt werden. Umso mehr freue ich mich, wenn ich eine bekomme.
Man kann eine QSL-Karte streng genommen frei gestalten. Politische Statements oder verbotene Symbole schließen sich von Natur aus aus.
Nun gibt es Minimalanforderungen an QSL-Karten.
Was darauf stehen MUSS um den Anspruch an eine QSL-Karte zu erfüllen ist:
- Rufzeichen der Station mit der man gesprochen hat
- Das eigene Rufzeichen
- Die Uhrzeit zu der das QSO stattgefunden hat (zwingend in UTC)
- Die exakte Frequenz
- Das Band (ergibt sich auch aus der Frequenz)
- Die Betriebsart z.B. SSB, FM, C4FM, DMR, FT8, CW o.ä. denn es macht schon einen Unterschied, ob man 16.000 km in SSB oder DMR gearbeitet hat
- Den Rapport nach dem RST-System
Üblich ist es außerdem, dass die eigenen Koordinaten in LAT (Breitengrad) und LON (Längengrad), die Position nach dem Maidenhead-Locator (z.B. JN49hq) sowie die Angaben nach ITU und CQ angegeben werden.
In der Regel gibt es dann noch ein Feld für einen persönlichen Kommentar und den Hinweis, ob man sich für den Erhalt einer QSL-Karte bedankt oder um eine Karte bittet.
QRZ.com
Vielen Amateurfunkern reicht es aber inzwischen auch, wenn sie ein digitales Logbuch führen.
Davon gibt es eine ganze Reihe und viele davon sind miteinander verknüpft. Das wiederum bedeutet, dass QSOs durchaus offline geloggt werden können und von diesen Programmen dann synchronisiert werden, wenn man das Programm das nächste Mal online verwendet. Dann werden also QSOs in den verknüpften Datenbanken (LoTW, QRZ.com, HAM-Radio ...) "nachgetragen" weswegen es durchaus sein kann, dass man die digitale Bestätigung mit einer großen, zeitlichen Verzögerung bekommt.
Obwohl ich mein aktuelles Rufzeichen DB2SD schon 2 Monate habe bekomme ich noch immer Bestätigungen für QSOs, die ich mit meinem damaligen Klasse-E-Rufzeichen DO1DS geführt habe. Das liegt eben daran, dass die entsprechende Station entweder erst jetzt das QSO nachgetragen hat, auf ein digitales Logbuch umgestiegen ist oder für das verwendete Logbuch ein Upgrade gemacht hat, dass die Synchronisation mit anderen Anwendungen unterstützt. Hier ist die "Spielwiese" recht groß.
Auf QRZ.com kann man bei Interesse nun nach dem Rufzeichen einer Station suchen und dann das QSO loggen. Man kann aber auch interessehalber dessen Logbuch einsehen, wobei hier nur die letzten 20 QSO einsehbar sind. Hier ein Beispiel aus meinem selbstsynchronisierenden Logbuch.
Was ich in diesem Zusammenhang schade finde, ist, dass inzwischen einige Stationen selbst nicht mehr loggen oder ihre Logs nicht synchronisieren. Dort, wo beide Stationen korrekt loggen wird das QSO als Match durch ein "goldenes" Sternchen gekennzeichnet. Streng genommen haben auch nur solche Einträge einen "Nachweischarakter" denn unbestätigte QSOs sind QSOs, die streng genommen nicht stattgefunden haben müssen.
Hier bieten manche Programme die Möglichkeit, die Station, mit der man das QSO geführt hat zu erinnern. Solche QSOs werden durch einen "silbernen" Punkt gekennzeichnet. Da es Stationen gibt, die nur sporadisch ins Logbuch sehen, kommt es schon gelegentlich vor, dass auch solche QSOs mit erheblicher Verzögerung noch bestätigt werden. Ich würde darauf aber keine Wette abschließen.
Besonders ärgerlich finde ich Stationen, die selbst diese Erinnerungsfunktion deaktiviert haben, so dass sie keine Nachricht bzgl. einer Erinnerung bekommen. Das ist einfach nur schlechter Stil.
Aber nochmal zurück zur QSL-Karte und den Log-Programmen.
Das von mir verwendete Programm QRZ.com unterstützt das digitale QSL-Programm digiQSL.com.
Hier ist es möglich eine individuelle eQSL-Karte zu erstellen und ein PlugIN für QSL.com zu installieren. Und diese Funktion steht bereits bei der kostenlosen Version von QRZ.com zu Verfügung.

In der Praxis bedeutet dies, dass man ein QSO bei QRZ.com wie üblich logt und im Anschluss daran einfach das Rufzeichen der Station doppelklickt. Wenn man das PlugIn korrekt installiert hat (und ich wüsste nichts, was man da falsch machen könnte) wurde nach erfolgter Installation bei Actions der grüne Button hinzugefügt. Indem man diesen klickt werden die Angaben aus dem Log in die eigene QSL-Karte übernommen. Man hat noch die Möglichkeit für eine individuelle Nachricht und dann kann die eQSL-Karte total easy verschickt werden.
Voraussetzung ist natürlich, dass der Empfänger eine gültige E-Mail-Adresse hinterlegt hat, was leider auch nicht immer der Fall ist.
Aus meiner Sicht gibt es daher eigentlich keinen Grund, keine QSL-Karten zu verschicken. Der Aufwand ist - wie hier beschrieben - minimal.

