Balaton
1 Woche Segeltörn am Ungarischen Meer

Der Balaton - das Ungarische Meer
Der gröβte See Ungarns und Mitteleuropas liegt in der Mitte Transdanubiens zwischen dem Südrand des Bakony-Gebirges, dem Somogyer Hügelland und der Landschaft Mezőoföld. Seine Fläche umfasst 595 km². Seine Länge macht 78 km, seine durchschnittliche Breite 7 .7 km aus (zwischen Balatonaliga und Balatonalmádi ist er 12.7 km breit, an der Enge von Tihany nur 1.3 km breit). Die durchschnittliche Tiefe des Sees beträgt 3-3,6 m, mit 12.5 m hat er in der Enge von Tihany seine tiefste Stelle). An seiner Nordseite ist der See bereits wenige Meter vom Ufer entfernt 1.2-2 m tief, während er an der Südseite etwa 300-500 m vom Ufer entfernt nur 0.5-0.8 m tief ist.

 

Fläche

93'030 km²

Einwohner

9'981'000 (07/2006)

Hauptstadt

Budapest

Amtssprachen

Ungarisch

Währung

Forint

Telefonvorwahl

+36

 

Reisedaten: 30.08.2008 - 06.09.2008
Hinflug FR4402 von Frankfurt/Hahn nach Flughafen Balaton
Rückflug FR4403  Flughafen Balaton nach Frankfurt/Hahn
Flugdauer ca. 1,5 Stunden
Kosten mit Ryanair für Hin- und Rückflug 32,- € zzgl. Flughafengebühren ... (total 110,- €) pro Person

Empfehlung:
Die Parkplätze am Flughafen Frankfurt/Hahn sind extrem teuer. Die Parkgebühren im Parkhaus am Flughafen kann leicht die Flugkosten überschreiten. Es gibt u.a. im Internet diverse Angebote für günstige Parkplätze inkl. Shuttleservice zum Airport. In unserem Fall fielen auf einem abgesperrten und bewachten Parkplatz für eine Woche 32,00 € Parkgebühren an. Die Abholung am vereinbarten Treffpunkt (Abreise) und bei der Rückreise klappte absolut problemlos und pünktlich. Wer also auf keinen privaten "Shuttleservice" zurück greifen kann, kann hier preiswert parken und sicher sein, dass sein Auto gut aufgehoben ist.

Der Flughafen Frankfurt/Hahn ist sehr übersichtlich. Aber auch hier sollte man wegen der Sicherheitskontrollen ausreichend Zeit einplanen und zwei Stunden vor der geplanten Abflugzeit vor Ort sein.

Wer wie wir mit Ryanair fliegt sollte unbedingt auf das Gewicht seines Gepäcks achten. Im Gegensatz zu Lufthansa (hier hat  man 20 kg Freigepäck) darf man bei Ryanair nur 15 kg Gepäck kostenfrei mitnehmen. Jedes weitere Kilo schlägt mit - meiner Meinung nach unverschämten - 8,00 € pro Kilo zu Buche.
Ryanair macht am Flughafen auf das Höchstgewicht aufmerksam und neppt die Fluggäste mit separat aufgestellten kostenpflichtigen Gepäckwaagen.

Tipp: Wer einen frühen Flug bekommen hat, kann sich einen unbesetzten Abfertigungsschalter suchen und sein Gepäck dort auf das Abfertigungsband stellen. Hier bekommt ihr das Gepäck zuverlässig und kostenlos gewogen.

Wer an den Balaton möchte, sollte unbedingt die Entfernung vom Flughafen zum Zielort überprüfen. In unserem Fall wäre es sinnvoller gewesen zum Airport Budapest (30 km Entfernung nach Tihnay)  anstatt nach Fly Balaton Airport (ca. 120 km nach Tihany) zu fliegen.
Für den Weg vom Flughafen zum Zielort fielen in unserem Fall seriöse 100,- € zusätzlich an. Dafür sieht man schon jede Menge der künftigen Reiseziele.
Eine Alternative zum Taxi ist es auch, mit dem Vermieter vor Ort einen privat organisierten Transfer zu organisieren. Für den Transfer zum Airport haben wir diesen speziellen Service genutzt, wurden pünktlich an der Marina abgeholt und zahlten gerade mal die Hälfte.



          

Zum Schiff:
Das gecharterte Boot war eine Balaton 25.
Länge: 7,62 m
Breite: 2,45 m
Tiefgang: 1,30 m
Das Chartern erfolgte übers Internet und verlief problemlos. Der Besitzer der Charterfirma spricht als Österreicher natürlich deutsch.

Irrtümlich bei der Organisation ist die Homepage der Surf&Segelschule, die auch zwei Balaton 25 verchartert, denn hier wird der Eindruck erweckt, dass man am Balton zum Chartern eines Segelbootes nur den amtlichen Sportbootführerschein Binnen benötigt. Dies trifft aber nicht zu. Es wird schon der Segelschein erwartet, was für den Segler an sich kein Problem darstellt, für Segelbegeisterte ohne Segelschein jedoch zum Problem wird.

Zurück zum Schiff:
Beide Balaton 25 sind 8 Jahre alt und sind ein einem zeitgemäß guten bis sehr guten Zustand. Die Innenausstattung ist jedoch leider etwas spärlich, die Elektrik für Bord- und Landnetz verbesserungswürdig.
Es gibt an Bord einen 220V-Wasserkocher und eine 12V-Reisekühlbox, die spätestens 5 Stunden nach dem Abklemmen des Ladestroms von der Batterie getrennt werden muss.
Batterie und der Anschluss für die Kühlbox sind in der Backbord Backskiste untergebracht. Die 12V-Steckdose liegt so weit achtern, dass man sich sehr tief in die Backskiste hineinbeugen muss was einfach vermeidbar gewesen wäre.
Die weitere Ausrüstung (Sicherheitsausrüstung sowie Besteck etc.) ist vollständig.
Wünschenswert für den Aufenthalt an Bord wäre ein Radio und  sowie für die Tageshygiene ein Spiegel.

Die Balaton 25 bietet 4 Kojen. Eine Doppelkoje im Bug sowie zwei Einzelkojen mittschiffs.
Kochgelegenheit gibt es auf dem Schiff keine, es sei denn, man gibt sich mit einem Einflammengaskocher zum Wasser erwärmen für Dosensuppen etc. zufrieden.
Da die Restaurants und Gaststätten in Ungarn jedoch sehr gut und preiswert sind (Mittagessen inkl. Getränk pro Person zwischen 4,00 und 6,50 €), fällt dieses Manko nicht so schwer ins Gewicht. In vielen Marinas bekommt man ebenfalls für ca. 4,- € (1000 HFU) ein umfangreiches Frühstück bzw. ein Frühstücksbuffet.

 

Die Balaton 25 ist Slup getakelt und ist pinnengesteuert.
An Bord befinden sich Fock- und Großsegel. Spi oder Genua fehlen und werden auch nicht angeboten. Die Fock ist eine Rollfock. Die Fockpersenning wird über die Spifall bedient. Das Großsegel kann per Refffall (Bindereff) gerefft werden. Ein Lazybag ist vorhanden.

Die Einweisung in das Schiff ist gründlich.
Im Mietpreis enthalten sind Chemietoilette und ein Gaskocher. Beides wird jedoch - warum auch immer - nur zögerlich ausgehändigt.

Der Revierempfehlung  ist nicht unbedingt zu trauen.

 

Der Balaton selbst ist, wie bereits beschrieben, der größte See Mitteleuropas. An seinem Ufer befinden sich ca. 28 Blinklichter die bei stärkerem Wind entweder 45x oder 90x pro Minute blinken.

Diese Sturmwarnungen kommen am Balaton bereits ab Windstärke 3 - 4  (45x) und ab Windstärke 5 -6 (90x).

Für Charterboote ist bei 90 Blitzen pro Minute (Sturmwarnung zweiten Grades) absolutes Fahrverbot.

Bei 45 Blitzen hätte man uns - nach dem Eindruck, den wir gewonnen haben - auch schon am liebsten in der Marina gewusst.

Die Balaton 25 ist ein gutmütiges Schiff. Aufgrund der Pinnensteuerung segelt sie sich eher jollenähnlich. Mit einem Tiefgag von 1,30 m hat man auch bei niedrigeren Wasserständen im Spätsommer in den von uns besuchten Marinas im Nordwesten keine Probleme.
Das Südufer sollte man jedoch mit mind. 1 km Entfernung zum Ufer befahren und Marinas im Süden stets im rechten Winkel ansteuern.






 

 

Das Vulkangebirge bei Badacsony lädt zum Wandern und zur Verkostung regionaler Weine ein.

Wind und Wetter:
Von unserem Vercharterer wurde uns kostenlos eine Wochenwetterprognose zur Verfügung gestellt. Außerdem bekamen wir täglich bis spätestens 09:00 Uhr früh die aktuellen Tagesvorhersagen im "Navtex"-Stil.

Die Tagesvorhersagen waren verlässlich. Leider erwischten wir eine Woche mit drei windarmen Tagen (0 - 2 Bft). Das Gebiet um den Balaton bietet jedoch auch für solche Tage ausreichend Alternativen wie beispielsweise eine "Besteigung" des 435 m hohen Vulkanberges in Badacsony. Fußkranke können sich mit dem Jeep fahren lassen.


 

 

Während unseres Aufenthaltes im September hatten wir durchgängig Sommertemperaturen zwischen 28°C an bewölkten bis zu 38°C an sonnigen Tagen. Da die Saison Anfang September am Balaton an für sich bereits zu Ende ist, kann es passieren, dass die Restaurants entweder früher schließen oder vereinzelt bereits geschlossen haben.

Speziell in der Marina in Zanka, die für ihre besonders gute Pizzeria gelobt wird, wirkt sich dies besonders gravierend aus, da es von der Marina in die Stadt 3 km Fußmarsch sind (sein sollen). Wer die Strecke mit dem Auto fährt wird schnell zu dem Schluss kommen, dass es wohl eher 5 km sein werden.

Wer keine großen Ansprüche stellt, kann in der Jugendherberge, die ca. 500 m weit von der Marina liegt einen Hamburger oder einen Hotdog und hervorragendes ungarisches Bier bekommen. Die Atmosphäre des Aufenthaltsraumes eines typisch ostzonalen Plattenbaus ist, mit Ausnahmen eines Plasma-TV-Gerätes, weitestgehend erhalten geblieben und dennoch oder gerade deswegen sehr angenehm und ansprechend. Wir hatten dort einen angenehmen Aufenthalt obwohl wir als Familienväter erwachsener oder nahezu erwachsener Kinder in einem Jugendzentrum eher fehl am Platz waren.

Aufgrund der wechselnden Windverhältnisse am Plattensee sollte für die Rückreise an die Heimatmarina ausreichend Zeit eingeplant werden. Wir hatten an den beiden ersten Tagen guten Wind (2 - 3 Bft.) aus West- Nordwest und kamen zügig mit einem Amwindkurs voran. Die beiden darauf folgenden Tage waren mit Stärken zwischen 0 und 2 Bft. aus Nordwest sehr dürftig. Die darauf folgende Tage brachten uns Wind zwischen 3 - 4 Bft. aus Nordost was für die zeitig angetretene Rückreise vorteilhaft war. Hätte der Wind nicht aufgefrischt oder wir hätten einen Vorwindkurs gehabt, wäre die Rückreise mit ca. 45 km etwas beschwerlich und die Tagesetappen etwas länger geworden denn ein Motor ist nur im unmittelbaren Bereich von ca. 300 m in Hafennähe und ggf. als Flautenschieber bis zur nächsten Marina gestattet. Streng genommen sind Motorboote und Segelboote mit Motorantrieb am Balaton gänzlich verboten.

Reiseempfehlung:
Wir bekamen von der Charterfirma das Gebiet nordwestlich der Enge von Tihany als das reizvollere und schönere Segelrevier genannt. Ein Blick von der Höhe der Kirche von Tihany zeigte, dass das nordöstliche Revier zwar kleiner aber reizvoller erschien. Leider fehlte uns die Zeit, diesen Eindruck durch persönliche Erfahrung zu erhärten. Hier empfiehlt sich das Studium weiterer Websites oder eines Reiseführers.